Thomas Gifford – Inferno

Filed Under (Buchtipps) by Susanne on 23-04-2009

Heute mal ne Leseprobe von Inferno – Gifford, Thomas. Thomas Gifford wurde am 16.05.1937 in Dubuque in Iowa geboren. Er schrieb verschiedene Werke sein wohl bekanntestes Werk Assassini dürfte wohl fast jeder kennen. Der Vatikanthriller ist eines der bedeutendsten Werke des Schriftstellers da er für mächtig viel Gesprächsstoff sorgte. Er schrieb auch unter dem Pseudonym Thomas Maxwell und Dana Clarins. Gifford starb 2000 in Dubuque in Iowa an Krebs!

Inferno

„Dann rief Billy Blumenthal ihren Namen und küsste sie auf die Wange. »Celia, Celia, als ich dich das letzte Mal gesehen habe, warst du im Schnee am Flughafen von Anchorage in einen Parka mit Pelzkragen eingemummelt. Du warst richtig darin versunken!

Und jetzt bist du da, voller Schwung, und trägst – tataa! – einen Rock! Habe ich dich jemals im Rock gesehen? Und überhaupt, hab ich meine Gucker jemals auf dieses appetitliche Fahrgestell gerichtet?


 

« Celia hatte ihre eigenen Gucker seit dem Lockruf Alaskas vor drei Jahren nicht mehr auf Billy gerichtet, und er hatte sich überhaupt nicht verändert.

»Gucker? Appetitliches Fahrgestell? Bäh! « Debbie Macadam verzog das Gesicht.

»Dein Busen, Schatz, und Celias Beine sind wirklich Meisterstücke der Natur! Und jetzt komm, Celia, ich stelle dir unseren Autor vor, Mr. Levy.

Hattest du schon Zeit, einen Blick in den Text zu werfen, Liebes? Gut, wunderbar. Morris, ich möchte Ihnen Celia Blandings vorstellen, die in der Lage und bereit ist, im ersten Akt ihr Leben auszuhauchen … «

Und so versammelten sie sich alle um einen Spieltisch unter einer einzelnen, nackten Glühbirne und begannen, Celias Seiten zu lesen. Die Lacher kamen, vielleicht noch nicht ganz textsicher, aber doch nahe dran.

Levy las einige Regieanweisungen, und Billy streckte den Kopf, die Augen geschlossen, und lauschte dem Rhythmus und der Sprache.

Er brauchte nur die richtigen Kontraste. Die körperlichen waren schon an ihrem platz: die dunkle, aktive, schlanke Celia würde eine perfekte Gegenspielerin für die vollbusige, einherstolzierende, blonde Debbie sein.

Sie lasen und lasen und lasen. Die Probleme lagen eher in der Struktur als in den Dialogen, sodass Levys Probleme zwar beträchtlich, aber nicht unlösbar waren. Es war etwas, das den Aufwand lohnte.

Celias Gedanken schweiften ab, da die Zeilen schon in ihrem Kopf steckten. Unglaublich – Debbie war jetzt einunddreißig statt siebenunddreißig. Was hatte das alles zu bedeuten?

Vielleicht war ihr Leben gar nicht so toll, vielleicht hatte sie wirklich darüber nachgedacht. Aber dass sie sich an Linda Thurston erinnerte! Wie hatte sie das fertig gebracht?

Debbie schien nie besonders aufzupassen, und plötzlich, ein Jahrzehnt später, in einem tristen, staubigen Theater, zaubert sie Linda Thurston aus dem Hut. Ganz klar, Wunder gibt es immer wieder.

Celias Agent Joel Goldman wartete auf sie und blickte gerade auf seine extraflache goldene Uhr, als sie im Gotham Bar and Grill in der Zwölften Straße eintraf. Es war ein riesiger, hoher, zurückhaltend ausgestatteter Raum in Grau und Beige und Mauve, mit stoffbespannten Sitzbänken und Blumen.

Es lag gegenüber von Fairchild Publications, nur ein Stück die Straße hinunter von Malcolm Forbes’ Zeitungsimperium und in Augenhöhe von Asti’s, dem beliebten Treffpunkt nach der Oper.

In der Gegend hatten sich Antiquitätengroßhändler eingenistet, und das Kino in der Mitte des Blocks zeigte Filmklassiker. Es war New York in Reinkultur. Und es war nur fünf Minuten zu Fuß von ihrer Wohnung im nördlichen Teil von Greenwich Village entfernt.

Joel hatte schon einen Gin Gimlet auf Eis für sie bestellt, und sie trank begierig. »Wie ist es gelaufen«, fragte er. »Okay. Gut, würde ich sagen. Ich weiß nicht. Es läuft immer gut, du kriegst nur den Job nicht. Ich brauche noch einen. «

Joel winkte einem Kellner und deutete auf Celias Glas. »Billy war auf jeden Fall entschlossen, dich dabeizuhaben«, sagte er. »Ich glaube, es sieht sehr gut aus, ehrlich. « Er bestellte eine Portion Muscheln, die sie sich teilen konnten.“


Stephen King – Shining

Filed Under (Buchtipps) by Susanne on 22-04-2009

Ein Film genauso gut wie das Buch von Stephen King. Das Buch ist einfach sensationell und die verfilmung war mit einem hervorragendem Jack Nicholson. Es ist spannend, treibt einem die Gänsehaut bis in den Nacken um dann das Blut in den Adern gefrieren zu lassen. Wer auf Horrorgeschichten steht der sollte auf dieses Buch auf gar keinen Fall verzichten.

Einstellungsgespräch

 

Schmieriger kleiner Scheißkerl, dachte Jack Torrance. Er maß ein Meter sechzig und bewegte sich mit der eilfertigen Gewandtheit, die offenbar allen kurzen Dikken eigen ist. Sein Haar war exakt gescheitelt, und sein dunkler Anzug wirkte nüchtern, aber irgendwie tröstlich.

Ich bin der Mann, zu dem du mit deinen Problemen kommen kannst, verriet dieser Anzug dem zahlen-den Kunden. Den kleinen Angestellten sagte er etwas ganz anderes: Entweder ihr spurt, oder… In seinem Aufschlag steckte eine rote Nelke, vielleicht, damit niemand Stuart Ullman auf der Straße mit dem örtlichen Beerdigungsunternehmer verwechseln konnte.

Während er Ullman zuhörte, gestand Jack sich ein, daß er unter diesen Umständen niemanden gut gefunden hätte, der ihm gegenüber am Schreibtisch saß. Ullman hatte etwas gefragt, was ihm entgangen war. Das war schlimm; Ullman war genau der Typ, der sich.

Solche Fehler merkte, sie im Gedächtnis behielt und später wieder gegen seinen Kontrahenten ausspielte.»Wie bitte?«»Ich fragte, ob Ihre Frau genau weiß, auf was Sie sich hier einlassen. Und dann ist da, natürlich noch Ihr Sohn. « Er sah auf das Antragsformular, das er vor sich liegen hatte.

 »Daniel. Bekommt Ihre Frau bei diesem Gedanken nicht Angst? « »Wendy ist eine außergewöhnliche Frau. « »Ist auch Ihr Sohn außergewöhnlich? «Jack lächelte ein breites PR-Lächeln. »Das bilden wir uns gern ein. Für seine fünf Jahre ist er ganz schön selbständig. «

Ullman erwiderte das Lächeln nicht. Er ließ Jacks Antragsformular in die Akte zurückgleiten. Die Akte legte er in die Schublade»

Der Schreibtisch war jetzt, abgesehen vom Telefon, der Schreibunterlage und einer Tensor-Lampe, völlig leer. Natürlich stand da auch noch der Ein- und Ausgangskerb. Aber der war ebenfalls ‘leer.


Ullman stand auf und trat, an den Aktenschrank in der Ecke. »Kommen Sie bitte hier herum, Mr. Torrance. ‘ Wir werden uns die Pläne der einzelnen Stockwerke vornehmen. «

Er brachte fünf große Bogen herbei-und legte sie auf das polierte Nussbaumholz des ‘Tisches. jäck sah ihm über die Schulter und roch sein aufdringliches Parfüm. Alle meine Männer tragen Englischleder oder gar’ nichts, fuhr es ihm ohne jeden Grund durch den Sinn, und er mußte sich auf die Zunge beißen, um nicht laut loszulachen.

Durch die Wand hindurch hörte man schwach die Geräusche vom Küchenbetrieb des Overlook Hotels, denn die Lunchzeit ging gerade zu Ende.

»Das oberste Stockwerk«, sagte Ullman hastig. »Das Dachgeschoß. Dort, oben steht nur Gerümpel. Das Overlook hat seit dem Zweiten Weltkrieg mehrere Male den Besitzer gewechselt, und es scheint, als ob die jeweiliger Manager alles, was sie nicht brauchen konnten, auf den Boden gestellt haben. Feh will, daß Sie dort Rattenfallen aufstellen und Gift legen.

Einige der Stubenmädchen vom dritten Stock’ wollen dort raschelnde Geräusche gehört haben. Ich glaube das zwar nicht, aber jede Möglichkeit, daß sich im Overlook Hotel Ratten aufhalten, muß hundertprozentig ausgeschlossen werden. « .Jack, der davon überzeugt war, daß in jedem Hotel der Welt eine oder zwei Ratten wohnen, schwieg dazu. 

Sie würden Ihrem Sohn natürlich nie gestatten, den Dachboden zu betreten. « »Nein«, sagte Jack und ließ wieder sein PR-Lächeln aufblitzen. Eine entwürdigende Situation. Dachte dieser schmierige kleine Scheißkerl tatsächlich, daß er seinem Sohn erlauben würde, auf einem Dachboden voller Rattenfallen, Schrottmöbel und wer weiß sonst was herumzustöbern?

Ullman wischte den Plan des Dachbodens zur Seite und schob ihn unter den Stapel. »Das Overlook hat hundertzehn Gästequartiere«, sagte er in belehrendem Ton. »Dreißig davon, alles Suiten, befinden sich im dritten Stock.

Zehn im Westflügel – einschließlich der Präsidentensuite -, zehn in der Mitte und zehn weitere im Ostflügel. Aus allen hat man eine herrliche Aussicht. « Kannst du nicht wenigstens auf diese Anpreisungen verzichten? Aber er schwieg.

Er brauchte den Job. Ullman legte den dritten Stock unter den Stapel, und sie sahen sich den zweiten Stock an. »Vierzig Zimmer«, sagte Ullman, »dreißig Doppel ¬und zehn Einzelzimmer. Und im ersten Stock je zwanzig.

Plus drei eingebaute Wäscheschränke auf jeder Etage und ein Lagerraum, der sich im zweiten Stock am äußersten östlichen, im ersten Stock am äußersten westlichen Ende des Hotels befindet. Noch Fragen?« Jack schüttelte den Kopf.

»Und nun die Räumlichkeiten im Parterre. Hier in der Mitte liegt der Empfangsschalter, hinter dem sich die Büros befinden. Davor erstreckt sich das Foyer fünfundzwanzig Meter in beiden Richtungen. Hier drüben im Westflügel haben wir den Eßsaal und die Colorado Lounge. Die’ Festräume befinden sich im Ostflügel. Noch Fragen?«

Das Spiel – Stephen King

Filed Under (Buchtipps) by Susanne on 21-04-2009

Ich bin ja eingefleischter Stephen King Fan ich mag die spannenden kleinen Horrorgeschichten von ihm sehr und deshalb gibt es mal eine Leseprobe von Stephen King – Das Spiel. Für mich ist und bleibt Stephen King der Meister des Schreibens. Ein völlig brutales Spiel was da gespielt wird und der Leser wird gefesselt bis zum Schluß. Ein unverzichtbares Buch!

Leseprobe – Stephen King – Das Spiel

Jessie konnte die Hintertür leise, willkürlich, im Oktoberwind, der um das Haus wehte, schlagen hören. Im Herbst war der Rahmen immer aufgequollen, und man mußte der Tür wirklich einen Stoß versetzen, damit sie schloß. Dieses Mal hatten sie es vergessen.

Sie überlegte, ob sie Gerald bitten sollte, die Tür zuzumachen, bevor sie zu sehr bei der Sache waren oder das Schlagen sie wahnsinnig machte. Dann dachte sie, wie lächerlich das unter den gegebenen Umständen wäre. Es würde die Stimmung verderben.

Welche Stimmung?

Gute Frage. Und als Gerald den hohlen Kamm des Schlüssels im zweiten Schloß herumdrehte, als sie das leise Klicken über dem linken Ohr hörte, wurde ihr klar, daß die Stimmung zumindest für sie kaum erhaltenswert war.

Darum hatte sie die offene Tür natürlich überhaupt erst bemerkt. Bei ihr hatte die sexuelle Erregung der Fesselspiele nicht lange angehalten.

Das allerdings konnte man von Gerald nicht sagen. Er hatte nur noch ein Paar Boxershorts an, und sie mußte ihm nicht ins Gesicht sehen, um zu wissen, daß sein Interesse unvermindert anhielt.

Das ist albern, dachte sie, aber albern war nicht alles. Es war auch ein wenig beängstigend. Sie gab es nicht gern zu. aber es war so.                

»Gerald, warum vergessen wir’ s nicht einfach 1«

Er zögerte einen Augenblick, runzelte die Stirn und ging dann weiter durchs Zimmer zu der Kommode, die links neben der Badezimmertür stand.

Dabei hellte sich sein Gesicht wieder auf. Sie beobachtete ihn vom Bett, wo sie mit hoch erhobenen, gespreizten Armen lag und ein wenig aussah wie die angekettete Fay Wray, die in King Kong auf die Ankunft des Riesenaffen wartet.

Ihre Hände waren mit zwei Paar Handschellen an die Bettpfosten aus Mahagoni gefesselt. Die Ketten ließen ihr etwa fünfzehn Zentimeter Bewegungsspielraum. Nicht gerade viel.

Er legte die Schlüssel auf die Kommode – zwei leise Klicks, ihre Ohren schienen für Mittwochnachmittag außerordentlich gut zu funktionieren – und drehte sich zu ihr um.

Über seinem Kopf tanzten Sonnenwellen vom See und waberten an der hohen, weißen Decke des Schlafzimmers.

»Was meinst du? Es hat für mich viel von seinem Reiz verloren. «

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